Über mich

Früh auf eigenen Beinen

1992 bin ich in meiner Heimat Herford geboren. Die ersten Jahre meiner Kindheit habe ich in Hiddenhausen und Oetinghausen verbracht und dabei das (Kinder-)Leben auf dem Dorf sehr schätzen gelernt. Nach meiner Grundschulzeit verließen wir Hiddenhausen und zogen nach Herford. Dort besuchte ich die Otto-Hahn-Realschule. 

Schon früh musste ich lernen, Verantwortung für mich und andere zu übernehmen, denn meine alleinerziehende Mutter war berufstätig und mein Vater schwer krank. Das Aufwachsen in einem Umfeld, wo finanzielle Mittel begrenzt sind, soziale Verantwortung und Fleiß jedoch eine große Rolle spielten, haben mich stark geprägt und mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.  

Mitbestimmen von Anfang an 

Sich auf der Realschule einfach nur unterrichten zu lassen, das war nicht mein Ding. Zwar begeisterten mich Fächer, wie Geschichte, Politik oder Biologie, aber bereits mit 12 Jahren konnte ich meine ersten Schritte in der Vertretung von Menschen als Schülervertreter machen und dabei meine erste Rede auf dem 1. Mai in Herford zur Rentenpolitik für die junge Generation halten. Nach der Schule verdiente ich mir mit Nebenjobs eine Taschengeldaufstockung und engagierte mich bei Umweltschutzverbänden. Zum Ende meiner Schulzeit wurde ich für mein soziales Engagement in der Schule und der Stadtgesellschaft ausgezeichnet.

Ausbildung

Nach meinem Realschulabschluss begann ich meine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann in der Zentrale des Tourismusmarktführers in Hannover. Im ersten Ausbildungsjahr pendelte ich noch täglich von Herford nach Hannover und zurück, doch schon bald wollte ich auf eigenen Beinen stehen und zog mit 17 Jahren in eine Ein-Zimmer-Wohnung. 

Auch in der Ausbildung juckte es mir wieder in den Fingern: Ich wollte meine über 400 Mitazubis in der Jugend- und Auszubildendenvertretung vertreten und wurde direkt zum Vorsitzenden gewählt. 

Mehrere Jahre engagierte ich mich in der betrieblichen Arbeitnehmervertretung und Gewerkschaftsarbeit, verhandelte die Übernahme von hunderten Auszubildenden bis hin zu Gehaltserhöhungen. Nach einer erfolgreichen und engagierten Tarifrunde bekam ich dann ein Jobangebot von meiner Gewerkschaft ver.di, das ich nicht ablehnen konnte: Die Leidenschaft zum Beruf machen und sich tagtäglich als Gewerkschaftssekretär für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen einsetzen. 

Gute Arbeit schaffen – meine Leidenschaft

In meiner Einarbeitungszeit als Gewerkschaftssekretär habe ich einen großen Einblick in viele Dienstleistungsbranchen erhalten. Von Kita-Einrichtungen über Krankenhäuser, vom Call-Center bis hin zum Postverteilzentrum oder der Hochschule. Quer durch Deutschland konnte ich mir ein Bild machen, wie Arbeitsbedingungen in den einzelnen Branchen unseres Landes aussehen und wo der Schuh drückt. 

Im Anschluss daran konnte ich mich dann in Berlin beim ver.di Bundesvorstand an die Arbeit machen und mich um Jugendarbeit in Niedriglohnbranchen kümmern. Mein persönliches Highlight war die von mir initiierte und mit einem großen Team umgesetzte Kampagne „Besser abschneiden“ zur Aufwertung des Ausbildungsberufes Friseur*in. Und das ist uns durch großen öffentlichen Druck und einer guten Öffentlichkeitsarbeit anschließend auch gelungen. Ausbildungungsvergütungen stiegen teilweise um das Doppelte. 

Zuhause ist es doch am schönsten

Nach drei Jahren im schnelllebigen Berlin packte mich das Heimweh nach NRW und besonders Ostwestfalen. Deshalb zog ich kurz darauf zurück nach Herford und bin seit dem Gewerkschaftssekretär für den Luftverkehr in NRW und Verhandlungsführer für Teile des Lufthansa Konzerns. Mir liegt deshalb auch besonders am Herzen, dass die ökologische Transformation immer auch sozial gestaltet sein muss, denn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in klimaschädlichen Branchen müssen eine entscheidende und zentrale Rolle in den Diskussionen und Entscheidungen spielen. 

Meine Freizeit verbringe ich in Herford gerne draußen beim Gärtnern oder bei ausgiebigen Fahrradtouren durch die Bustedter Wiesen oder zum Hücker Moor. Selbstverständlich spielt auch die Politik vor Ort eine große Rolle für mich. Gemeinsame Spieleabende oder Gastrobesuche mit Freunden und Reisen, um wieder Kraft zu tanken, runden mein privates Leben ab.