Vom Wegwerfen zur Kreislaufwirtschaft

RecyclingBörse
RecyclingBörse

Am heutigen Tag war ich bei der RecyclingBörse in Herford eingeladen. Die RecyclingBörse gehört mit ihren Secondhand Kaufhäusern zu den größten Filialisten in Ostwestfalen.

Aber nicht nur das: Am Standort in Herford werden gebrauchte Dinge angenommen und sortiert, Kleidung aufbereitet, Fahrräder repariert, Bücher im Onlinehandel vertrieben, Taschen und andere Textilien genäht und vieles mehr.

In diesen Bereichen ist die Börse Partner der Jobcenter und der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt werden hier aktuell mehr als 150 Menschen beschäftigt. Für die RecyclingBörse ist die Beteiligung an Maßnahmen und Konzepten der Arbeitsmarktpolitik zur Qualifizierung und Beschäftigung integraler Bestandteil unseres Engagements. 

Bei einem ausführlichen Rundgang durch den Betrieb konnte ich mir die einzelnen Arbeitsbereiche anschauen und währenddessen über Re-Use, Fördermittel, die Verteilung von Abfallgebühren, Kreislaufwirtschaft, Baustoffrecycling und kommunale Müllsammlungen sprechen.

Kreislaufwirtschaft – das Ende der Verschwendung

In einer echten Kreislaufwirtschaft sind Produkte von der Flasche über das Handy bis zum Gebäude langlebig, reparierbar, schadstofffrei, wiederverwendbar und leicht recycelbar. Unser Ziel für NRW heißt „Zero Waste“ bis spätestens 2050. Wir unterstützen Unternehmen auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft mit gezielten Förderprogrammen und klaren Rahmenbedingungen. Landesverwaltungen und landeseigene Betriebe machen wir zu Leuchttürmen der Kreislaufwirtschaft. Denn eine Kreislaufwirtschaft, die – wo immer möglich – regional verankert ist, schont die natürlichen Ressourcen, schützt das Klima und reduziert die Belastung von Böden, Luft und Wasser durch Altlasten und Schadstoffe.

Noch immer landet viel zu viel Bioabfall in der Restmülltonne und wird dann verbrannt. Wir beenden diese Ressourcenverschwendung und setzen die Pflicht zur getrennten Erfassung von Bioabfällen konsequent um. Die kostenlose Biotonne wird überall in NRW zum Standard.

Das beste Recycling kann nicht den steigenden Bedarf an fossilen und nicht nachwachsenden Rohstoffen kompensieren. Ein Immer-Mehr an Ressourcenverbrauch kann es angesichts der Grenzen, die uns unser Planet setzt, nicht geben. Wir unterstützen Forschung und Projekte für eine auskömmliche Wirtschaft und Gesellschaft, die in diesen Grenzen gedeiht. Mit einem Zukunftsprogramm Bioökonomie und der Einrichtung eines Bioökonomierates NRW stärken und fördern wir die Forschung und Entwicklung von nachwachsenden Rohstoffen als Startpunkt der Produktkreisläufe der Zukunft. Dabei berücksichtigen wir gezielt die Anforderungen an einen gentechnik- und schadstofffreien Anbau und eine ökologische Nahrungsproduktion. So schaffen wir die Basis für zukunftsfeste Arbeitsplätze in Bereichen wie Landwirtschaft, Chemie, Industrie und Kreislaufwirtschaft.

Von der Abfall- zur Ressourcenwirtschaft

Abfälle sind für uns kein Müll, sondern die Ressourcen von morgen. Wir entwickeln den ökologischen Abfallwirtschaftsplan zu einem echten Kreislaufwirtschaftsplan weiter. Neben Abfallvermeidung und Rohstoffrückgewinnung setzen wir dabei auf regionale Entsorgungsautarkie, damit die Ressourcen direkt wieder in den regionalen Wirtschaftskreislauf Eingang finden. Wo auch in Zukunft Deponien benötigt werden, steht für uns der Schutz der Bevölkerung und der Umwelt im Vordergrund. Nur mit frühzeitiger, voraus- schauender Planung und Beteiligung der Bürger*innen auf Augenhöhe kann das gelingen. Vorhandene Altlasten werden in Zukunft systematisch erfasst und – wann und wo immer es möglich ist – entfernt. Das Landeskreislaufwirtschaftsgesetz wollen wir novellieren, so dass es seinem neuen Namen tatsächlich gerecht wird und auf Landesebene wichtige Impulse für eine echte Ressourcenschonung setzt. Wir streben dabei an, dass ressourcenleichte und kreislauftaugliche Produkte bei der Beschaffung des Landes bevorzugt werden und eine davon abweichende Beschaffung mit einer Begründungspflicht einhergeht. Wir wollen Güter und Materialien mit digitalen Produktpässen ausstatten. Im Rahmen eines Pilotprojekts in Zusammenarbeit mit der EU werden wir in NRW hier Vorreiterin.

Neue Industriejobs in einer modernen Kreislaufwirtschaft

Der Weg in eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft ist für die einstigen Herzkammern der Industrie und des Wohlstands in NRW vom Rheinischen Revier bis ins Ruhrgebiet eine einmalige Chance, mit sicheren Jobs und gutem Leben in die Zukunft zu gehen. Initiativen wie das „Circular Valley Wuppertal“ und die „Greentech.Ruhr“ sind schon heute Leuchtturmprojekte mit einer Strahlkraft weit über NRW hinaus. So entsteht vielerorts auch wie- der ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, das nach vorn blickt und nicht zurück. Wir un- terstützen diese Projekte und werden unter der Dachmarke „Zero.Waste.NRW“ unser Bun- desland zu einer Modellregion für das Ende der Wegwerfgesellschaft machen, mit innovativen Recyclingunternehmen und Forschungsinstituten – von der Batterie bis zu haushaltsnahen Abfällen. Das Bedürfnis, gemeinsam die Wirtschaft der Zukunft zu etablieren, ist groß bei den Unternehmen in NRW. Wir stehen für eine Politik, die verlässliche Rahmenbedingungen setzt und sie gezielt unterstützt, damit an Rhein und Ruhr der Umbau gelingt.

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