Frank Bsirske zu Gast im Herforder Klinikum

Klinikum
Klinikum

Der Gesundheitsbereich steht nicht erst seit Corona vor großen Herausforderungen: Pflegenotstand, Unterfinanzierung, Ökonomisierung der Ware „Gesundheit“, immer mehr Dokumentation.

Grund genug für mich einen ganzen Tag im und am Klinikum in Herford zu verbringen und die Probleme sowie Herausforderungen mit den verschiedensten Perspektiven von Klinikumsleitung über Arbeitnehmervertretung und Beschäftigten bis hin zu Patientinnen und Patienten zu beleuchten, um viele Ansätze für eine bessere Gesundheitspolitik mitnehmen zu können.

Bei der Gesundheitspolitik sind sowohl die Kommunal-, Landes- als auch Bundesebene politisch in der Verantwortung. Deshalb habe ich mir für meinen Klinikums-Besuch bekannte und kompetente Unterstützung eingeladen. Frank Bsirske, der langjährige ver.di Vorsitzende (und damit mein ehemaliger Chef) und heutige Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, begleitete die Kreistagsmitglieder und mich an diesem Tag.

Marvin Reschinsky & Frank Bsirske auf dem Weg ins Klinikum

Zu Beginn des Tages trafen wir die Leitung des Klinikums zum gemeinsamen Austausch. Nach einer Vorstellung des Hauses diskutierten wir in offener Atmosphäre über die Herausforderungen des Klinikums und des gesamten Gesundheitswesens. Dabei gingen wir ins Detail: Fristen für Fördermittel, Abrechnung von Leistungen, Finanzierbarkeit von Vorhaltestrukturen, Krankenhausstruktur in NRW. Einige sperrige Begriffe. Hinter ihnen verstecken sich jedoch wichtige Fragen wie: Wie weit ist der nächste Kreissaal von meinem Wohnort entfernt? Sind unsere Krankenhäuser finanziell, personell und materiell vorbereitet, wenn eine Pandemie durchs Land rollt? Welche Leistungen können unsere Einrichtungen anbieten, welche müssten aufgrund der mangelnden Finanzierung eigentlich wegfallen?

Im Austausch mit der Leitung des Klinikums

Im Anschluss hatten wir die Möglichkeit bei einem Rundgang in kleiner Runde durch die Notaufnahme die Verzahnung und Zusammenarbeit zwischen Klinikum – also Notaufnahme – und Notfalldienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung anzuschauen.

Rundgang durch die Notaufnahme

Pünktlich zum Schichtwechsel haben wir vor dem Klinikum und an der Pflegeschule mit Beschäftigten, Auszubildenden, Besucher*innen und Patient*innen über gute Pflege gesprochen und dabei selbst gebackene „Gute Pflege-Plätzchen“ verteilt.

Es folgte ein Austausch mit Beschäftigtenvertretern und dem Personalrat des Klinikums am Nachmittag. Es wurde von einer hohen Belastung durch die Corona-Pandemie – die weiterhin anhält – berichtet. Nicht nur im Pflegebereich gibt es Personalknappheit, auch immer öfter in den handwerklichen Berufen. Wir sicherten zu, dass wir uns als Grüne bei der anstehenden Fusion zwischen Geriatrie in Enger, Lukas Krankenhaus in Bünde und Klinikum dafür einsetzen werden, dass eine Servicetochtergesellschaft tarifgebunden sein muss. Auch Hinweise zur Verbesserung des Landespersonalvertretungsgesetzes konnte ich bei diesem Austausch mitnehmen.

Den Tag rundete ein Besuch des nahegelegenen Tiny-Forests ab. Die Initiatorin Corina Lass stellte uns das Konzept und die Vorteile eines solchen Waldes vor. Obwohl er nur 250 qm groß ist, wird er mal große Mengen an CO2 kompensieren, die Umgebung kühlen und durch die Artenvielfalt auch Tieren ein Zuhause bieten. 

Zu Besuch am Tiny Forest

Am Abend steht fest, es hat geklappt: Mehrere Seiten Notizen sind am heutigen Tage zusammengekommen und warten auf die Mitnahme in den nächsten NRW Landtag. Der Besuch im Klinikum hat die Schwachstellen in unserem Gesundheitssystem offengelegt. Gute Pflege und eine zufriedenstellende Gesundheitspolitik für die Einrichtungen, Beschäftigten und Patient*innen ist unser Ziel und muss zum gemeinsamen Kraftakt zwischen Kommunen, Bundesländern und Bund werden.

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