H&M Schließung: Soziale Verantwortung für Mitarbeitende übernehmen!

H&M Filiale Herford

Die letzten Tagen des Moderiesen H&M in Herford sind gezählt. Nach vielen Jahren will das Unternehmen am 31. Oktober diesen Jahres seine Filiale in der Herforder Innenstadt schließen.

In diesen Tagen werfen viele politische Akteure deshalb den Blick auf den weiter wachsenden Leerstand. Bereits 30 Leerstände gibt es mitten im Herforder Zentrum. Leerstand in der Herforder Innenstadt betrifft große Verkaufsflächen, wie den ehemaligen Saturn, genauso wie kleinere Lokalitäten. Nachdem die Stadt Herford sich gegen den Kauf des H&M-Gebäudes entschieden hat, ist zu befürchten, dass auch dieser Leerstand langfristig bestehen bleibt. Mittlerweile ist in vielen Innenstädten unserer NRW-Kommunen eine Abwärtsspirale in Bewegung gekommen, die ohne ein aktives Gestalten dazu führt, dass unsere Stadtzentren weiter an Attraktivität verlieren. Das wollen wir Grüne nicht hinnehmen und deshalb den stationären Einzelhandel unterstützen. In unserem Entwurf zum Landtagswahlprogramm haben wir dazu u.a. beschrieben, dass wir die Einzelhändlerinnen und Einzelhändler beim Schritt von der Fußgängerzone ins Internet unterstützen wollen. Von der lokalen Onlinehandelsplattform über virtuelle Geschäfte, digitale Einkaufsführer bis hin zur (im Internet längst gängigen) Nutzung anonymisierter Kund*innendaten durch den stationären Handel. Wir bewahren mit zusätzlichen Mitteln für zukunftsweisende Smart-City- Ansätze einen lebendigen Einzelhandel, der die Stärken von neuen und traditionellen Geschäftsmodellen verbindet. Kleinen Handelsunternehmen helfen wir die Investitionskosten zur Erschließung dieser neuen Absatzwege zu stemmen. Nicht zuletzt treten wir so auch der Marktmacht der großen Onlineportale endlich entgegen.

Bei all den künftigen Herausforderungen mit Blick auf die wachsenden Leerstände in der Herforder Innenstadt dürfen in der aktuellen Situation nicht die Beschäftigten des Modegeschäfts H&M vergessen werden. Sie haben über Jahre „den Laden am Laufen gehalten“. Die 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihre Jobs. Ein mit dem Betriebsrat verhandelter Sozialplan, der Perspektiven und Abfindungen für die Betroffenen hätte regeln können, wurde vom Unternehmen rechtlich angefochten. Auch eine Weiterbeschäftigung in anderen Filialen sind für die Beschäftigten nicht vorgesehen.

Ich möchte den Beschäftigten daher meine ganze Solidarität aussprechen. Von einem Konzern, der regelmäßig 1-2 Milliarden Euro Gewinn pro Jahr erwirtschaftet, ist es nicht zu viel verlangt, für seine Beschäftigten soziale Verantwortung zu übernehmen.

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